Karl von Frisch
Die Tanzsprache der Bienen
Originaltonaufnahmen 1953-1962
Herausgegeben von Klaus Sander
Produktion: supposé 2005

2-CD-Set, 100 Minuten
Booklet, 8 Seiten
ISBN-10: 3-932513-56-8
ISBN-13: 978-3-932513-56-5
Euro 24,80

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"Im Bienenstaat ist die Orientierung nach Düften und nach der Sonne in wunderbarer Weise in den Dienst der sozialen Verständigung gestellt. Hat eine Kundschafterin in einiger Entfernung vom Stock eine Blumensorte gefunden, die reichlich Nahrung bietet, so alarmiert sie nach der Heimkehr ihre Stockgenossen durch eigenartige Tänze auf den Waben. Dabei schwänzelt sie lebhaft mit dem Hinterleib. Dieser Schwänzeltanz der Bienen ist fabelhaft interessant, er gehört zu den wunderbarsten Vorgängen im Reich der Insekten - und das will viel sagen... Durch den Schwänzeltanz erfahren die Stockgenossen vier wichtige Dinge: 1. daß draußen Blumen blühen, die viel Futter bieten, so daß es sich lohnt,sich auf den Weg zu machen; 2. um welche Blumensorte es sich handelt; 3. in welcher Entfernung vom Stock, und 4. in welcher Himmelsrichtung sie zu finden ist. Die Stockgenossen, die in der Nähe der Tänzerin sitzen, benehmen sich so, wie es einer so wichtigen Mitteilung entspricht. Sie bekunden das lebhafteste Interesse und trippeln hinter der Tänzerin her, um alle Einzelheiten der Nachricht in Empfang zu nehmen."

Für die Entdeckung der Bienensprache wurde der österreichische Zoologe Karl Ritter von Frisch (1886 -1982) mit dem Nobelpreis geehrt. Anschaulich und in allgemein verständlicher Form berichtet er von den Freuden und Mühen seiner Forschung: erzählte Wissenschaftsgeschichte - gelebte Biologie.

CD1
1 Geheimnisse der Tiersprache 39:17
2 Von den Mahlzeiten der Tiere 14:07

CD2
1 Die Orientierung der Insekten 16:04
2 Der Schwänzeltanz der Bienen 15:14
3 Stationen meines Lebensweges 13:36

Stimmen der Kritik:

"Wenn man den Zoologen Karl von Frisch über die komplexe Sprache der Bienen dozieren hört, glaubt man gerne, daß er die staatenbildenden Tiere soziologisch sowieso, aber eben auch intellektuell gleich neben den Menschen zu stellen bereit war. Jedenfalls weit über den anderen, vermeintlich höher entwickelten Wirbeltieren. Zu "Stimmungsäußerungen" seien diese instinktgeleiteten Wesen ja durchaus in der Lage, sogar zu regelrechten "Stimmungsausbrüchen". Aber nicht zu einer "beschreibenden Sprache" wie die Bienen, die ihre Verständigung stets in Gesellschaft ausüben. Diese Kommunikationsfreudigkeit war für den Begründer des Rund- und Schwänzeltanz-Lateins eine unerhört hohe intellektuelle Begabung der Bienen. Frischs Gabe war es, dieses Naturphänomen zu entziffern, aber es war ihm ganz offenkundig auch gegeben, dieses vor einem halben Jahrhundert noch so frische Wissen mit einem leichten Wiener Zungenschlag unterhaltsam zu vermitteln. Er nutzte dazu den Vortrag als literarische Gattung. Die Biologie mag sich heute des molekularen Tiefgangs und des hohen Komplexitätsgrads ihrer Erkenntnisse rühmen, mit der anschaulichen Erzählweise von frühen Naturforschern à la Frisch ist es damit leider längst vorbei. Das wird beim Anhören der fünf original Tonband- und Radiovorträge, die Klaus Sander im Deutschen Rundfunkarchiv gefunden und neu herausgegeben hat, von Minute zu Minute deutlicher. Es sind Vorträge aus den Jahren 1953 bis 1962. Frisch schildert darin die frühen Experimente, die zur Entdeckung der Bienensprache geführt haben, er erklärt die Orientierungs- und Lebensleistungen kleiner Insekten und nicht zuletzt auch seinen eigenen Lebensweg, der den späteren Nobelpreisträger von der Medizin zuerst ins Farbenreich der Fische und von dort direkt zu den Bienen führte."
(Joachim Müller-Jung, Frankfurter Allgemeine Zeitung)

"Jedes Schulkind lernt schon früh die Entdeckung kennen, die Karl von Frisch Unsterblichkeit eingebracht hat: Die Tanzsprache der Bienen. Im Zuge dieser Entdeckung hat von Frisch auch viel über das Farbensehen und die Orientierung der Honigsammler herausgefunden. In Vorträgen hat er seine Ergebnisse für ein interessiertes Laienpublikum aufbereitet. Gerne lauscht man der freundlichen Stimme des Wiener Forschers..." (Tobias Lehmkuhl, Berliner Zeitung)

"Wer sich einläßt, in Ruhe zuhört und am besten die Augen schließt, den nimmt der Forscher mit ins Reich der Tiere, Insekten und natürlich der Bienen, erläutert ihre Sprache und Orientierung. Und er benötigt dazu weder Dias, Grafiken, Tabellen oder gar die Bilderflut eines Computer unterstützten Vortrages. Seine wunderbare einfache Erzählweise genügt ihm völlig!" (Jürgen Schwenkel, Allgemeine Deutsche Imkerzeitung)

"Hörbuch der Woche! In höchst anschaulicher Weise nimmt von Frisch uns mit in Schwarmtraube und Wabe, erklärt, weshalb die Bienen 'blütenstet' sind und zum immer selben Blütenkelch zurückkehren, um den Blütenstaub auch übertragen zu können. Und wohin es sich zu fliegen lohnt, das sagen die Bienen einander kess im Tanze... Übrigens befasst sich Karl von Frisch auf dieser wundervollen Doppel-CD nicht nur mit Bienen, nein: auch mit Wasserflöhen, Walen und Zwergwelsen, Wüstenameisen, Schimpansen und Mistkäfern. Falls Ihnen der robuste Magen der Truthühner noch ein Rätsel ist oder sie sich bis heute fragen, warum Motten an nichts lieber nagen als an den Klamotten Ihres Kleiderschranks - hier bekommen Sie die Antwort. (Knut Cordsen, Bayern 2 Radio, Hörbuch-Magazin / B 5 Kultur)

"Einzelprüfung im Zimmer des Direktors, doch der junge Karl kann sich kaum konzentrieren. An der Fensterscheibe surrt ein Insekt. Nervöses Flügelzappeln, der Junge ist fasziniert. Der Zoologe Karl von Frisch erzählt im selben wienerischen Plauderton von seiner Kindheit und der Faszination von der belebten Umwelt, mit dem er auch seine größte Entdeckung beschreibt: den Schwänzeltanz der Bienen. Zusammen mit Konrad Lorenz erhielt er daür 1973 den Nobelpreis. Die Aufnahmen zu dieser CD stammen aus den Jahren 1953 bis 1962 und klingen doch wie ein einziges Gespräch. Mit warm knisternder Stimme erzählt von Frisch nicht bloß sein Forscherleben, sondern schildert plastisch, wovon Forscher leben: Beobachtung, Hypothese, Experiment und Schlußfolgerung. Und man lernt nebenbei, wie Bienen kommunizieren." (ZEITWissen)

"Im Plauderton macht Karl von Frisch in heiteren Originalvorträgen tierische Verhaltensweisen von Wasserfloh bis Wal und natürlich den hochspezialisierten Schwänzeltanz der Bienen verständlich." (Universum Magazin, Wien)

"Von Frisch bezat niet alleen de gave om zeer complexe natuurfenomenen te ontcijferen, hij kon ze ook in een bevattelijke en toegangkelijke taal formuleren. Aan de imker of om het even welke andere natuurfreak, geeft het een immens zalig gevoel om met gesloten ogen naar zo'n man in alle rust te kunnen luisteren. Zijn innemende stem voert de toehoorder mee in het dierenrijk, naar de wereld van de insecten en natuurlijk naar de samenleving van de bijen waarvan het vermogen om met elkaar te communiceren alleen wordt overtroffen door de menselijke spraak. Als men von Frisch hoort praten, heeft men geen behoefte aan sheets, tabellen, grafieken of powerpointpresentaties. Zijn wonderbaarlijke zachtsinnige eenvoudige verteltrant volstaat om hem te volgen bij zijn verklaring van alle fenomenen inzake informatie, communicatie en orientatie in het bijenvolk." (Alois Schotanus, Maandblad van de Vlaamse Imkerbond)

"Eine Expedition ins Tierreich, bei der es um weit mehr geht als um süße kleine Nektarsammler und deren Orientierungssinn. Karl von Frisch gibt einen umfassenden Überblick über die Wahrnehmungsfähigkeit bei Tieren, etwa das Farbsehen der Fische, der Vögel und selbstverständlich auch der Bienen und deren brillante Orientierungs- und Kommunikationsleistungen. Das profunde Wissen, das auch heute noch immer aktuell ist, belegt die Bedeutung der bahnbrechenden Erkenntnisse, an denen er wesentlichen Anteil hatte. Insofern sind die Dokumente auch ein schönes Stück wissenschaftlicher Zeitgeschichte für jedermann. Diese Wissenschaftskommunikation belegt aber auch, dass sich das Niveau der Popularisierung von Wissenschaft in den Massenmedien trotz zunehmender Medienvielfalt kaum gesteigert hat. Die Begeisterung des Naturforschers ist ebenso aus den Ausführungen zu spüren, wie die klare Ausdrucksform und das Talent für eine verständnisvolle Wiedergabe, das der Begeisterung des Zoologen für seine Objekte entspringt. Ein kleines Booklet mit in ansprechendem Design im Faksimile dargebotenen handschriftlichen Notizen und S/W-Fotos und eigenen Ausführungen zu seiner Biografie liefert nicht nur eine nüchterne Textgrundlage, sondern bereichert das Hörerlebnis auch in ansprechender Form um eine optische Komponente." (Wilhelm Irsch, Biologie in unserer Zeit)

"Zum Teil sind die Originaltonaufnahmen von Frischs Vorträgen älter als ein halbes Jahrhundert, aber dennoch ungemein unterhaltsam und lehrreich. Mit charmantem Witz plaudert er über die tierischen Verhaltensweisen nicht nur der Bienen. Auch von Wasserflöhen, Walen, Wüstenameisen, Schimpansen, Mistkäfern oder Motten mit ihrer Vorliebe für Klamotten spricht er. Wer sich für Tiere und ihre sonderlichen Verhaltensweisen interessiert, hat an diesen Aufnahmen seine wahre Freude." (Anne Hartmann / Jens Doumen, ZDF Abenteuer Wissen, 7.5.2008)