Schlimme schlimme Medien
mit Georg Klein
Konzeption und Regie: Thomas Böhm, Klaus Sander
Text und Sprecher: Georg Klein
Aufnahme und Schnitt: Anja Theismann
Produktion: supposé 2007

2-CD-Set, 117 Minuten
ISBN-13: 978-3-932513-77-0
Euro 24,80

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Auf der Doppel-CD Schlimme schlimme Medien stellt der Schriftsteller Georg Klein vier unveröffentlichte Erzählungen vor und gibt Einblick in seine literarische Ästhetik. Das verbindende Thema der vier Erzählungen sind "Medien" - womit ebenso die weltumspannenden Massenmedien wie auch die Menschen gemeint sind, die Verbindung in jenseitige Reiche haben. Und natürlich spielt der Begriff des Mediums auch auf den Klein’schen Kosmos zwischen Nachtstück, Geistergeschichte, Phantasma und Verbrechen an, das den Hörer in eine Welt aus Magie und Beschwörung, aber auch Ekel und Grausamkeit führt, ohne jedoch das Heilsvermögen der Kunst preiszugeben. Das Befremden angesichts von Namen oder Telefonen hat darin ebenso seinen Platz wie Vampire, Teufel und eine Rehabilitierung des Aberglaubens. Im Spannungsfeld zwischen Globalisierung und Hölle, zwischen literarischen Genres, zwischen Séance und Protokoll der Vernichtung "des einzigen rein körpersprachlichen Kommunikationssystems unseres Globus" sind Kleins Geschichten angesiedelt, die mit den Mitteln der Literatur neue Perspektiven schaffen, Begriffe auflösen, wohlig irritieren. Zwischen den Erzählungen gibt Georg Klein in frei gesprochenen poetischen Reflexionen Auskunft über die Entstehung der Geschichten und seine Schreibarbeit, äußert Ideen zur Form der Erzählung sowie zum Wesen des Mediums.

CD1
Antennen 12:19
Medien 3:52
Europa erleuchtet 48:10
Namen 4:41

CD2
Die Form der Erzählung 2:48
Crime Tungu 7:25
Aberglaube 3:36
Shanghai Schicksal 32:40

Der Schriftsteller Georg Klein, geboren 1953, lebt mit seiner Frau, der Autorin Kathrin de Vries, und zwei Kindern in Ostfriesland.

Stimmen der Kritik:

"Es riecht in diesen Geschichten. Ein bisschen modrig und feucht, nach Mauern, der Luft, den Treppen, den Möbeln, und so ist es nicht abwegig, wenn der Schriftsteller Georg Klein seine Texte an verschiedenen Orten in seinem Bauernhaus im Ostfriesischen liest, im Keller, im Schuppen, in der Küche. Dem Geruch dieser Erzählungen ist kaum zu entkommen...
Die Geschichten spielen im Dazwischen: zwischen handfester Gegenwart und zerbröselnder Vergangenheit, zwischen Wissenschaft und Aberglaube, zwischen Schönheit und Verfaulendem. Um Gott und Teufel geht es sowieso. Die weiche Stimme Georg Kleins, ein hochdeutsch-schwäbisches Augsburgensisch, bewahrt das doppeldeutige Raunen, verfällt manchmal gar in den Singsang katholischer Geistlicher, die das Böse beschwören und damit bannen wollen. Das Tier im Menschen beschäftigt Klein ebenso wie das Menschliche im Tier. Er spricht, als könne er nur durch wohlgesetzte Worte den Ausbruch des Chaos verhindern...
Georg Klein hat das Wundern nie verlernt. Hebt er den Telefonhörer ab, erwartet er noch immer das Unerwartete. Und so hören sich seine Geschichten an." (Konrad Heidkamp, DIE ZEIT)

"Georg Klein fasst den Begriff Medien sehr weit, da werden schon mal Geister beschworen und der Autor selbst ist natürlich auch ein Medium und zwar ein Medium für die Literatur, und deshalb geht es auch in einem frei gesprochenen Stück um Die Form der Erzählung. Und ich glaube, das ist das Besondere an dieser CD: Hier wird nicht einfach nur vorgelesen, sondern die vier Erzählungen wechseln sich ab mit so genannten poetischen Reflexionen. Das heißt, Klein hat kein Manuskript dafür, der Autor spricht frei zu einem bestimmten Thema. Hier werden die Mittel des Hörbuchs mal so richtig ausgeschöpft. Es wird nicht einfach etwas gesprochen, das als Text schon da ist, sondern die freie Rede wird als eigenständige literarische Form zelebriert. Und supposé hat sich genau auf diese Produktionen spezialisiert, wo Wissenschaftler, Philosophen, Künstler in Originalaufnahmen frei sprechen. Das ist ein ganz besonderes Hörerlebnis. Und damit wird im Grunde auch eine moderne Form der oral history, also der mündlichen Geschichtsschreibung betrieben. Schlimme schlimme Medien ist dafür ein gutes Beispiel. Schönes schönes Hörbuch." (Bettina Baltschev, MDR Figaro)

"Egal ob beim Lesen seiner Erzählungen oder in den vier Tracks, in denen sich der Bachmann-Preisträger Georg Klein in freier Rede über Medien, Namen, Aberglaube und seine Art zu arbeiten äußert, er tut das immer auf sehr konzentrierte, gleichzeitig aber auch sehr humorvolle Weise. Sein unaufdringlicher Witz und seine subtile Ironie kommen in den Aufnahmen, die allesamt in Kleins ostfriesischem Haus entstanden sind, wunderbar zum Tragen. Man darf gespannt sein, wen supposé noch in seine neu entwickelte Reihe aufnehmen wird. Bei Georg Klein und Schlimme schlimme Medien geht das Konzept von Lesung kombiniert mir freier Reflexion jedenfalls schon einmal voll auf." (Annegret Arnold, Bayern 2 Radio, Fünfzehn-Fünf)

"Die Medien, diese Verführer! Georg Klein hat ihnen vier verspielte Horrorstorys gewidmet - exklusiv für dieses Hörbuch! Und er liest sie auch, schelmisch..." (Wilhelm Trapp, DIE ZEIT)

"Georg Klein präsentiert sich auch auf dieser Doppel-CD als Meister des 'magischen Manierismus'." (Knut Cordsen, Bayern 2 Radio, Diwan)

"Vier hochsuggestive Erzählungen aus der Welt der Bastler, Tüftler und Geisterbeschwörer." (Vorwärts)