Hörprobe


Peter Kurzeck: Stuhl, Tisch, Lampe

Inhalt:
1) Stuhl, Tisch, Lampe 30:07
2) Dionysos heißt der Wirt 10:48
3) Samstagmorgen 18:28
4) Nach Süden! 17:29

"Die Faszination seiner Texte entsteht in dem Moment, in dem man in das Labyrinth seiner Beobachtungen eintaucht. Seine Schreibstrategie ist das konsequente Selbstgespräch in vielen Stimmen. 'Unterwegs mit den Stimmen reden. Mit mir, mit dem Tag, mit den Umständen‘, damit er weiß, so schreibt Peter Kurzeck, 'wer er ist und daß er gewesen ist, der Tag‘. Die dialogisierende, verknappte, temporeiche Sprache bildet bei Kurzecks Lesungen einen mitreißenden Sog. Der Preis der Literaturhäuser gilt auch dieser Faszination des Vortrags. Der leicht zaudernde, gedehnte Ton und das Staunen in seiner Stimme, verwandeln die Lesungen in einen langen inneren Monolog, und die Zuhörer tauchen ein in eine wiedergefundene Zeit, erleben die Vervollkommnung einer süßen Obsession." (Preis der Literaturhäuser 2004, Jurybegründung)

"Und wenn man ihn lesen hört, und man muss ihn einfach lesen hören, diese zarte, eindringliche, leicht atemlose Stimme, dann staunt man über all das, was dem Dichter Peter Kurzeck gegenwärtig geblieben ist... (Bettina Schulte, Badische Zeitung)

"Wenn man einmal Peter Kurzeck gehört hat, wie er seine Texte vorliest, sind sie auch beim Lesen unweigerlich so im Ohr..." (Helmut Boettiger)



Peter Kurzeck, 1943 in Böhmen geboren, aufgewachsen als Flüchtlingskind in Staufenberg im Kreis Gießen, lebte seit 1970 lange Jahre in Frankfurt am Main und wohnt heute in Uzès, Südfrankreich.

Am 14. November 2004 wird Peter Kurzeck in Darmstadt der diesjährige Kranichsteiner Literaturpreis verliehen.


Peter Kurzeck
Stuhl, Tisch, Lampe
Audio-CD, 77 Minuten
Koproduktion mit Stroemfeld, Frankfurt
ISBN 3-932513-50-9
Euro 18,-

Ausgewählt für die hr2-Hörbuch-Bestenliste, November 2004


BESTELLUNG

Stimmen der Kritik:

"Jetzt sitz ich jeden Morgen mit Kurzeck am Tisch und frühstücke. Die bisher beste CD, um das zu tun, weil Kurzeck was in der Stimme hat, das mich glauben läßt, er sitzt mit mir am Tisch und erzählt nur mir das. Heute morgen hab ich das Polizeiauto vorbeifahren hören, ganz im Hintergrund, als Kurzeck die Stelle mit den vorbeifahrenden Zügen liest. Toll." (Thomas Böhm, Literaturhaus Köln)

"Rührend schön zu hören..." (Elke Heidenreich, Lesen!)

"Eine aus dem Meer der Hörbuchbrüllerei still herausragende CD." (Wiglaf Droste, die tageszeitung)

"Peter Kurzeck ist ein staunender Beobachter der Alltagswelt, der detailversessen und scheinbar unbekümmert von all der Hässlichkeit und Trivialität, die ihn umgibt, berichtet. Der Frankfurter Schriftsteller beschreibt auf dieser CD unter anderem einen Ausflug in die Stadt Offenbach, einen Sommerferientag und eine Billigst-Tramp-Reise nach Südfrankreich. Mit weicher Stimme, andeutungsweise und träumerisch erzählt er dabei von seinen Beobachtungen und Erlebnissen, und verschafft uns so wieder einen geschärften Blick für die Mysterien des Banalen." (hr2-Hörbuchbestenliste, November 2004)

"Peter Kurzeck ist ein monomanischer Autor, der um sein Leben schreibt, sein Werk ein gewaltiges autobiographisches Projekt, das über weite Strecken vom Schmerz handelt, dem es seine Entstehung verdankt. Kurzecks Sprache hetzt in atemloser Syntax vorüber und inventarisiert nebenbei alles, was dem Erzähler vor Augen tritt ... Kurzeck liest die absatzlosen Sätze in dem ihnen gebührenden, rastlosen Erzähltempo. Wer schon die Bekanntschaft mit den Romanen des Frankfurters gemacht hat, dem sei dieses Hörbuch wärmstens empfohlen, da das manische Hauptelement dieser 'Galvanisier-Anstalt für Zeit und Erinnerung‘, wie Kurzeck selbst sein Werk beschreibt, in der von ihm vorgetragenen Variante noch einmal in gesteigerter Form zutage tritt." (Gregor Schuhen, FAZ)

"Es ist die Poesie des Alltags, die Peter Kurzeck unwiderstehlich beschwört. Er ist ein machtvoller Zauberer mit bescheidenen Mitteln, zu denen Musikalität der Sprache, eine fast andächtige Wahrnehmung und Humor gehören. Nun hat er eine Auswahl aus einem autiobiografischen Romanzyklus eingelesen, der bisher drei Bände umfasst und auf sieben konzipiert ist, sämtlich einigen Monaten im Jahr 1984 gewidmet - denn auch die Ausführlichkeit zählt zu Kurzecks Stärken. Ergänzt wird die Auswahl durch ein bisher unveröffentlichtes Werk, das - wie die anderen Texte auch - die helle, sich gleichsam wundernde Stimme des Autors gut verträgt." (DER SPIEGEL)

"Erstmalig liegt nun ein Hörbuch mit vom Autor selbst gelesenen Texten vor. Dies muss besonders betont werden, weil die Vortragsart und -kunst Kurzecks unvergleichlich ist. Seinen Ton, seine spezielle Art, die eigenen Texte zu lesen, wird man, hört man ihm aufmerksam zu, nicht mehr aus dem Ohr bekommen. Da Peter Kurzeck im provenzalischen Uzès lebt, ist diese CD ein wahrer Glücksfall, denn Lesungen mit dem Autor sind äußerst rar. Und dieses Hörbuch weist noch eine Besonderheit auf: Sie beinhaltet einen noch nicht veröffentlichten Text, also ein Sammlerstück für alle Fans und Freunde der Kurzeck'schen Prosa." (Martin Gaiser, Radio freeFM, Ulm)

"Der Frankfurter Autor erinnert sich im Spätwinter an Sommertage, an Lesungen, an Ausflüge mit Backertütchen im Gepäck. Dabei geht Kurzecks Stimme am Satzende in die Höhe und betont komisch seine Verwunderung über Banalitäten des Alltäglichen. Die hemmungslos ineinander verschlungenen Halbsätze entwickeln durch diese Melodie, durch die langen I und A, das rollende R einen Rhythmus, der wünschen lässt, die CD dauere länger als 77 Minuten." (Stuttgarter Nachrichten)

"So liest nur einer: Der Schriftsteller Peter Kurzeck hat in Freiburg schon mehrmals bewiesen, wie sehr sein Schreiben gehört werden muß... Und man läßt sich schnell wieder einfangen von Kurzecks unnachahmlicher Kunst, den Fluß der Zeit für gedehnte Augenblicke zum Stillstand zu bringen." (Badische Zeitung)

"Nichts Spektakuläres wird hier verhandelt, nein, nur das beinahe Alltägliche, das sich aber in Kurzecks wunderbarer Prosa in etwas Besonderes verwandelt. Und mögen manche auch spotten, dass, was er erzählt, banal sei, - wie er es erzählt, ist mit Sicherheit außergewöhnlich und stilistisch fein austariert. Die schöne CD bietet eine gute Gelegenheit, den Autor kennenzulernen." (Knut Cordsen, Bayern 2 Radio, Fünfzehn-Fünf Hörbuch-Magazin)

"Kurzeck ist ein phantasiereicher Erzähler, der mittendrin steckt in den verschlungenen Wandelgängen der Zeit, den Ausgang genauso sucht wie seine Leser und während dieses Weges das an den Seiten liegende aufgreift und sprachlich aufbereitet weiter gibt. Fast gehetzt wirkt seine Stimme, wie er durch den Wortewald stürmt und von ganz banalen Dingen - Alltag, Natur, Beziehungen - spricht. Seine Beschreibung von Hausmeistertätigkeiten wie Flurputzen und die Säuberung der Fußabstreifer kommt bekannt vor. Doch so wie Kurzeck sich dem Thema nähert und es abarbeitet, schauen die wenigsten dem Hausmeister auf die Finger. Kurzecks Welt ist die unsere, die wir Tag für Tag sehen und erleben (können), die oft gar nicht mehr wahrgenommen wird, die der Autor nun beschreibt und die verschütteten Selbstverständlichkeiten beim Leser ausgräbt." (Klaus Hübner, titel-magazin)

"Die Musikalität von Kurzecks Prosa kommt besonders schön auf der Hör-CD "Stuhl, Tisch, Lampe" zum Ausdruck. Kernstück bildet die 30 minütige Lesung, die der CD aus ihren Titel gab - eine Lesung über eine Lesung, über deren Vorbereitung und Ablauf. Das ist nicht einfach Selbstbespiegelung. Vielmehr wird das scheinbar banale, eine Autorenlesung, wieder zum Anlaß genauer Beschreibung und Beobachtung genommen, zum sprachlichen Spiel verschärfter Wahrnehmung. Kurzeck intoniert pointiert, entwickelt Melodiebögen, ohne mit seiner Stimme besonders stark zu variieren. Doch das Gleichförmige seines Vortrags macht dessen Sogwirkung aus und verwandelt selbst noch das gesprochene Wort in Klang, der so ruhig, gefasst wie ein Stück von Morton Feldman durch den Raum driftet. Wer diese Beschreibung für übertrieben hält, sollte es hören." (Martin Büsser, Testcard)

"Frühsommer: Im Gras stehen die Ameisen und wissen nicht, wie sie das geschmolzene Speiseeis, das ein Kind verlor, wegtragen sollen. Das Auge, das dieses Szene registriert, gehört dem Frankfurter Autor Peter Kurzeck. Leben, wie Kurzeck es notiert, setzt sich aus einer Reihung solcher Beobachtungen zusammen, Miniaturaufnahmen, Lebens-Stills, die in der Folge den Film ergeben, der sich, ganz wie auf Zelluloid, doch aus unvereinbaren Momenten zusammenstückelt, im Ich nur scheinbar eine Einheit findend - bei einer Lesung etwa, in Offenbach. Die Angst des Autors vor dem Auftritt. "Der Autor sieht den leeren, für ihn bestimmten Stuhl - und ihm ist, als ob er sich verpasst hätte." Blaulicht im Hintergrund untermalt die Lesung der Lesung (oder ihr Original?), die, wie seine Texte, aus denen er auf der CD vorträgt, jene Stille erzeugt, aus der die Wahrnehmung möglich wird." (Der Standard, Wien)

"Wer ihn einmal aus seinem Werk hat lesen hören, wird die Melodie, mit der er seine Sätze vorträgt, schwer aus dem Kopf bekommen. Die Hörbuch-CD 'Stuhl, Tisch, Lampe' ist der beste Beweis dafür." (Christoph Schröder, Frankfurter Rundschau)

"Ich könnte Peter Kurzeck tagelang zuhören. Immer wieder. Er schafft in seinen Texten eine Atmosphäre, die man wahrhaftig schmecken und riechen kann." (Friederike Frank, amazon.de)

"Auf einzigartige, den Zuhörer sofort in den Bann ziehende Art liest Peter Kurzeck vier Kapitel aus seinen autobiografischen Romanen, die in endlosem inneren Monolog besessen Alltagsbanalitäten beschreiben. Kurzecks Stimme wird man so schnell nicht mehr los, man hört sie künftig unweigerlich beim Lesen mit!" (Stiftung Lesen)