Hörprobe

Peter Sloterdijk: Ödipus oder Das zweite Orakel


Es ist schon ein Wagnis, Sophokles’ Ödipus, der in seiner Rezeptionsgeschichte zu einem Monstrum an Polyvalenz, an Vieldeutigkeit geworden ist, 'neu' zu lesen! Peter Sloterdijk, einer der großen Rhetoriker der Gegenwart, liest und kommentiert abwechselnd - ausgehend von der These, daß die Philosophie die Fortführung der Tragödie mit anderen Mitteln darstellt und daß wir in Ödipus genau diesen Übergang finden. Mit seiner Selbstblendung, der Auslöschung aller für die Augen sichtbaren Welt, beginnt die Geschichte des eigentlich philosophischen Denkens, eines radikal anderen Sehens, durch das Licht einer Sonne im Kopf, die niemals mehr untergeht... Sloterdijk zählt zu jenem heute selten gewordenen Typus Denker, dessen Stimme gegen das Geschriebene sich mühelos und eigenmächtig behauptet. Spielerisch leicht beherrscht er auch die schwierigsten Tonlagen - bis zum Äußersten sensibel und vielschichtig, fungiert seine Stimme als ein Werkzeug gerade für die feinen, feinsten Unterschiede und schärft den Sinn dafür, wie man die Begriffe, Worte
wieder zum Klingen bringt...


Peter Sloterdijk
Ödipus oder Das zweite Orakel
2 Audio-CDs, 121 Minuten
Begleitbooklet, 44 Seiten
hrsg. v. Thomas Knoefel
ISBN 3-932513-09-6 / Im Schuber / EUR 29,80

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Stimmen der Kritik (Auswahl):

"Den Philosophen nicht nur zu lesen, sondern hören zu können ist ein wirklicher Gewinn. Zwischen Göttern und spekulativen Gedanken begriffen, genießt Sloterdijk die Wortbildungen, Epochenspiegelungen und Begiffsüberbrückungen, die ihm gelingen; er kostet sie aus wie ein Virtuose." (FAZ)

"Philosophische Forschung als Live-Konzert und Happening, Freestyle-Hermeneutik als Aktionskunst und Performance. In einem über zweistündigen Solo furioso verwandelt Sloterdijk die Ruine der Altphilologen und den Automaten der Freudianer in einen Hörsaal erstaunlicher Gegenwart. In opulenter Rhetorik und einem Feuerwerk von anarchischen Assoziationsmanövern, die vor Epochen überfliegenden Spekulationen über consulting und lean government genausowenig zurückschrecken wie vor Kohlschen Saumägen, beschwört er mit Ödipus nichts Geringeres als die Geburt der Philosophie aus dem Geiste der Katastrophe." (Rhein-Neckar-Zeitung)

"Ein zugleich sinnliches als auch intellektuelles Vergnügen. Sloterdijk findet den Ton, der beim Zuhörer eine Saite zum Mitschwingen bringt..." (Jazzthetik)

"Mal ein anderer Vortrag von Peter Sloterdijk: zuweilen witzig, von Kohl zur griechischen Tragödie zu Freud springend - ein Vortag, der den Zuhörer das Abenteuer der Philosophie miterleben lässt... Das ist faszinierendes Denken." (Die Welt)

"Nach mehrmaligen Hören seiner Vorlesung über das Ödipus-Drama von Sophokles schleicht sich Respekt ein für die unnachahmliche Art seiner geistigen Höhenflüge..." (Märkische Allgemeine)

"Seinen Ödipus-Vortrag präsentiert der Philosoph in beeindruckender freier Rede und in der für ihn typischen Art: assoziativ, abschweifend, ironisch, gelegentlich zynisch, mit immer neuen Seitenhieben auf Phänomene einer zunehmend hysterischen Gegenwart - von der so genannten Consultingbranche über omnipotente Bundesminister und modisches 'Lean Government' bis zum zeitgenössischen Drama. Blieb man bei Sloterdijks nicht immer durchsichtigen Wortmeldungen zu anderen Themen in der Vergangenheit manchmal etwas ratlos, fesselt sein Ödipus-Vortrag umso mehr." (Badische Neueste Nachrichten)

"Der Philosoph Sloterdijk nennt Ödipus einen 'Katastrophen-Cogito', der nach all seinen irdischen Irrtümern erst in der Blindheit zu einem radikal anderen, zum philosophischen Sehen findet." (Psychologie Heute)

"Wie die inzestuöse Rückkehr zu den Müttern, wie die epistemischen
Epochenkataklysmen einer antiken Hochkultur zusammengedacht werden können mit Phänomenen der Moderne und des Spätkapitalismus, darüber philosophiert Peter Sloterdijk in actu 'auf der Bühne', und, wie zu erwarten, nicht selten rhetorisch genüsslich und mit hochspekulativem Einsatz. Der Kölner supposé Verlag hat einen Live-Mitschnitt dieser Denkbewegung als Audio-CD vorgelegt und beschert dem Zuhörer einen intellektuell weit gespannten und unterhaltsamen stimmlichen Horizont." (Badische Zeitung)

"Sloterdijk, der munter kreuzfahrende Philosoph, beim rasanten Verfertigen seiner Gedanken beim Sprechen..." (SFB, Radio-Kultur)