Hörprobe

Klaus Theweleit: Das RAF-Gespenst

Ein Gespenst geht um in Deutschland - das Gespenst der RAF…
Mit der Generation von Vietnam und SDS, mit der APO und ihren überhitzten theoretischen Endlos-Schleifen, den ersten Kommunarden und sexuellen Hochleistungsartisten, dem Zusammengehen von Kontrazeptiva und wildem Denken, erproben sich neue Formen des Sprechens und schließlich auch die Sprache der Gewalt.
Als das Klima sich später verschärft, man das Reaktionäre, Überlebte mit Terror zu exorzieren versucht, werden die Aktionen zu wütenden Selbstläufern. Dem eigenen Dilemma von Sympathie und Verweigerung angesichts der hochgeputschten militanten Töne und paranoiden Zwischentöne der regiden Revolutionäre folgt Theweleit in seinen sehr persönlichen, durch die eigene Biographie angereicherten Analysen bis hin zu der Frage: Radikalismus der RAF und Radikalismus in der Kunst - was hat das miteinander zu tun? Worin liegt ihre gespenstische Schönheit, die Blässe des Todes und das Geheimnis dieses noch immer lebendigen Mythos?

Tracks: Einstieg / Bonbonglas / Offenheit / Betriebsarbeit / Leere und Gewalt / Kräche in den Beziehungen / Warum nicht? / Opferungen: Die Tode der RAF / Elternterror / Ticken im Gleichklang / Abstrakter Radikalismus und Kunst / Unerlaubte Schönheit / Enklavenstaaten / Amerika, Vineland / Das Schweigen / Geschwisterhorror / Aufhören, für andere zu denken


Klaus Theweleit
Das RAF-Gespenst
2 Audio-CDs, 130 Minuten
Originaltonaufnahme
ISBN 3-932513-23-1
EUR 24,80

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Stimmen der Kritik:

"Theweleit erzählt zunächst von seinem Aufwachsen in der Nachkriegszeit und seiner politischen Sozialisation in den 1960er Jahren sowie vom Zerfall der Studentenrevolte von 1968 und dem Zerfasern de Linken in unzählige dogmatische K-Gruppen. Deutlich wird dadurch auch, vor welchem Hintergrund Theweleit zu der Aussage kommt, dass die K-Gruppen und die RAF eigentlich keine Linken, sondern Rechte seien: denn Gewalt kommt immer von Rechts, ist immer autritär, und vor dem Hintergrund der deutschen Vergangenheit für ihn nicht anders denkbar als von Eltern (Erziehungsterror), Freikorps, SA-Horden und KZ-Aufsehern vermittelt. Wenn die 'linken Kälber' und ihre Sympathisanten trotz herausposaunter 1000%iger Mral im Namen vermeintlicher Wahrheiten oder Objektivitäten auch zu Gewalt griffen, würden sie sich der Methoden der Faschisten bedienen, die zu bekämpfen sie doch angetreten seien." (Anares)

"Ein Vergleich dieser CD-Fassung mit der gedruckten Version des Vortrags ist hochinteressant. Der akustische Theweleit spricht viel freimütiger über die eigene Jugend und die Erinnerungen aus der 68er-Zeit. Es scheint, als ob durch die Originaltonaufnahme der Mensch hervortritt, den die Verschriftlichung zugunsten des Kunstprodukts 'Autor' verschwinden macht..." (Deutschlandfunk, Büchermarkt)