Nobelpreis für Literatur 2009 an Herta Müller

Die Nacht ist aus Tinte gemacht
Herta Müller erzählt ihre Kindheit im Banat
Konzeption und Regie: Thomas Böhm, Klaus Sander
Erzählerin: Herta Müller
Aufnahmen: Klaus Sander
Schnitt und Mastering: Michael Schlappa
Produktion: supposé 2009

2 Audio-CDs, 116 Minuten
Posterbooklet, 12 Seiten
ISBN 978-3-932513-88-6
Euro 24,80

Platz 1 der hr2-Hörbuchbestenliste November 2009
Nominiert für den Buchliebling 2010

BESTELLUNG

In "Die Nacht ist aus Tinte gemacht" erzählt die Berliner Schriftstellerin Herta Müller ihre Kindheit im rumänischen Banat. Aus dem Gespräch heraus, ohne Manuskriptvorlage, erzeugt ihre behutsam sich vorantastende Stimme eine dichte, spannungsreiche Atmosphäre, in der vor dem Ohr des Hörers eine Welt zum Leben erweckt wird, die nur noch in der Erinnerung existiert.
Das Leben der Banater Schwaben in Nitzkydorf ist geprägt von bäuerlichen Bräuchen und harter Arbeit. Die Abgeschlossenheit dieses kleinen Kosmos bekommt durch den Schulbesuch erste Risse: Im ständigen Wechsel zwischen Dialekt, Hochdeutsch und Rumänisch entdeckt das Kind, dass die Sprachen ganz unterschiedliche Augen haben, mit denen je andere Dinge wahrgenommen werden können. Durch die Risse wird aber auch die Gewalt deutlicher erkennbar, die in den Körpern sitzt, derer sich die politischen Regime brutal ermächtigen. Für die 1953 Geborene sind die Folgen von Krieg, Deportation der Mutter in ein stalinistisches Straflager, Alkoholismus des Vaters und Enteignung der Familie alltäglich spürbar. So beschreibt Herta Müller ihre Kindheitsängste im Rückblick - als sie auf die Nachstellungen und Drangsalierungen durch den gefürchteten Geheimdienst Securitate zu sprechen kommt - als Einübung in die spätere "Angst aus politischen Gründen". Angst, die in der Diktatur Ceausescus bewusst zum Machterhalt eingesetzt wurde.

CD1
01 Katzengeschrei
02 Aus einem anderen Material
03 Der Zug war meine Uhr
04 Das Dorf, aus dem ich komme
05 Unser Haus
06 Leib- und Seelgewand
07 Der Himmelsschlüssel
08 Antilopschuhe und Doktorbuch
09 Tintentrauben
10 Quittungsblöcke
11 Spielen
12 Schneiderin
13 Heimweh
14 Dem Asphalt nicht gewachsen
15 Schwäbische Tracht
16 Die Augen der Sprache
17 Tod
18 Dorfsprache
19 Allein in der Kirche
20 Beichte
21 Pfarrer Maus
22 Gottvertrauen
23 Angst
24 Der Schmerz eines Tieres
25 Prügel

CD2
01 Die Banater Schwaben
02 Es gehört uns nicht mehr
03 Natürliche Ablehnung
04 Goldbarren
05 Zigeuner
06 Der Trommelmann
07 Totenwacht
08 Das umgekehrte Lachen
09 Vitaminspritzen
10 Akkordeon
11 Das Normale
12 Faules Ei
13 In der Angst geübt
14 Es gibt keinen Freitod
15 Die Verfolgung steckt überall drin
16 Schlüsselkind

Stimmen der Kritik:

"supposé setzt ausschließlich auf das mündliche Erzählen. Denn persönliche Mitteilungen - ob von Wissenschaftlern oder Dichtern - gehen uns auf andere Weise nahe als das geschriebene Wort. Thomas Böhm und Klaus Sander ist es gelungen, die eher scheue Schriftstellerin Herta Müller zum Sprechen zu bringen. Ein Geschenk."
(Silke Behl, Radio Bremen, Literaturzeit, 6. September 2009)

"Wenn jemand so hervorragend erzählen kann wie die deutsche Schriftstellerin Herta Müller, bekommt das Medium Hörbuch eine neue Dimension. Müller erzählt großartig: präzise, fast lapidar, sehr dicht - und doch lässt sie ihre Zuhörerschaft wie durch den Zauberkristall der Kindheit in eine mittlerweile untergegangene Welt schauen."
(Ute Woltron, Der Standard, 12. September 2009)

"Herta Müller gibt auf Die Nacht ist aus Tinte gemacht eindrucksvoll Auskunft über ihre rumäniendeutsche Herkunft und die bildmächtige Sprache der Banater Schwaben und Siebenbürger Sachsen."
(Knut Cordsen, BR2 Diwan, 12. September 2009)

"Vor zwei Jahren erschien das Hörbuch Ein Sommer, der bleibt, in dem Peter Kurzeck von seiner Kindheit in einem hessischen Dorf erzählt. In freier Erzählung, ohne Manuskript. Es wurde von der Kritik gefeiert und 2008 Hörbuch des Jahres. Das selbe Prinzip liegt nun der CD Die Nacht ist aus Tinte gemacht zu Grunde. Thomas Böhm und Klaus Sander haben die Schriftstellerin Herta Müller über ihre Kindheit im rumänischen Banat befragt. Entstanden ist ein Tondokument von unvergesslicher Intensität. Ein Höhepunkt dieses literarischen Herbstes."
(Blütenleser, Newsletter Nr. 22, 14.-20. September 2009)

"Viele Kindheiten auf dem Lande mögen sich - abzüglich der rumänischen Eigenheiten - vor 60 Jahren ähnlich angefühlt haben wie die von Herta Müller in Nitzkydorf. Doch so darüber reden und sich derart in Details vertiefen, das vermögen nur wenige. Dem mutigen Berliner Label supposé sei Dank für dieses eindrückliche biografische Zeugnis einer großen Autorin und großen mündlichen Erzählerin."
(Florian Felix Weyh, Deutschlandfunk Büchermarkt, 24. September 2009)

"Herta Müller erzählt von harter Arbeit und seltsamen Bräuchen, von der Weltfremdheit des Dorfs, von den sprachlichen Fallstricken zwischen Dialekt, Hochdeutsch und Rumänisch, und von Kindergedanken, Kinderängsten, aber auch kindlichem Selbstbewusstsein. Die manuskriptlose Erzählweise, dieses behutsame Vorantasten entwickelt eine ganz besondere Spannung."
(Uwe Kossack, SWR2 Forum Buch, 27. September 2009)

"Sprich, Erinnerung: Herta Müller erzählt detailreich, mitteilsam und ohne poetische Übermalung von ihrer Kindheit und Jugend in einem der deutschen Siedlungsgebiete Rumäniens und beschwört dabei eine untergegangene Welt, in der die Mahlströme der Geschichte im individuellen Erleben aufscheinen. So wird der Zuhörer einbezogen in eine ungewöhnliche Lebensgeschichte. Ein wahres Hörbuch!"
(hr2-Hörbuchbestenliste, Oktober 2009)

"So etwas eigenartig Schönes, das zugleich so traurig und fremd ist, hört man selten. In einer manchmal schneidend harten, dann wieder glockenklaren und immer wieder tastenden Sprache erinnert sich Herta Müller an eine durch den Zweiten Weltkrieg und das kommunistische Regime zerbrochene Erwachsenenwelt, die schwer und bedrückend über ihr lastet, sie erinnert sich aber auch an die Selbstversunkenheit, mit der sie als Mädchen allein durch die Natur streift, und das Heimweh nach einem Dorf, aus dem sie immer fort wollte."
(Wiebke Poromka, Das Magazin, Oktober 2009)

"Eine wunderbare Box, in der Herta Müller ihre ganze Lebensgeschichte erzählt. Ein wunderbarer Einstieg in ihr Werk."
(Hubert Winkels, Deutschlandfunk, 8. Oktober 2009)

"Herta Müller sagt über ihre Kindheit, sie war eine Schule der Angst. Ihre Kindheitserinnerungen gibt es nun auf CD, von ihr selbst erzählt..."
(Florian Schwinn, hr2 Der Tag, 8. Oktober 2009)

"Herta Müller zieht den Hörer in ihren Bann."
(BILD, 9. Oktober 2009)

"Ein eindrucksvoller, atmosphärisch dichter Bericht."
(Süddeutsche Zeitung, 9. Oktober 2009)

"Das bis heute wiederkehrende Thema ihrer ersten Bücher war ihre Kindheit im Banat, das repressive, paternalistisch-ritualisierte Leben im Dorf, die harte Arbeit der Eltern in der Kolchose. In dem gerade erschienenen Hörbuch Die Nacht ist aus Tinte gemacht erzählt Herta Müller im Gespräch von dieser Einübung der Angst, aber auch von der Entdeckung, dass sich die Angst durch Worte bannen lässt."
(Felicitas von Lovenberg, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 9. Oktober 2009)

"Womit soll ich als Müller-Neuling einsteigen? Mit einer CD! Denn im Hörbuch Die Nacht ist aus Tinte gemacht erzählt Herta Müller auf fesselnde Art und Weise von ihrer Kindheit im rumänischen Banat, der Ceausescu-Diktatur und ihrer Ausreise nach Westdeutschland."
(Nadine Rinke, Hamburger Morgenpost, 9. Oktober 2009)

"Eine großartige Doppel-CD"
(BR2 kulturWelt, 9. Oktober 2009)

"Zum zweiten Mal gelingt so fulminant das Experiment des supposé Verlags, einen Autor erzählend zurück in seine Kindheit zu schicken: Ein Sommer, der bleibt. Peter Kurzeck erzählt das Dorf seiner Kindheit war in seiner aus der freien Rede geborenen Poesie das eindrücklichste, was das Genre Hörbuch in den letzten Jahren hervorgebracht hat. Herta Müllers aus dem Gespräch heraus entwickelte Erinnerung 'Die Nacht ist aus Tinte gemacht' unterscheidet sich stark von Kurzecks Wiederbelebung der verschwundenen, aber überhaupt nicht verlorenen Zeit: Bei ihm die geradezu exzessive Weltwahrnehmung, der Wunsch, nichts an das Vergessen verloren zu geben, der verzauberte Blick, der noch den kleinsten Dingen gilt. Bei Müller hingegen das verstörte, verängstigte, allerdings nicht minder genaue Schauen auf die Umwelt des Kindes. Hier Helligkeit, dort Dunkel. Faszinierend sind beide Rückblenden. Es ist zu wünschen, dass supposé-Verleger Klaus Sander noch weitere Autoren auf diese Weise zum Erzählen bringt - eine uralte und im Post-Gutenberg-Zeitalter ganz neue Gattung hat er der Literatur schon geschenkt."
(Ulrich Rüdenauer, Badische Zeitung, 9. Oktober 2009)

"Immer, wenn man meint, Klaus Sander könnte sein ambitioniertes Verlagsprogramm nicht weiter toppen, wird man in schöner Regelmäßigkeit eines Besseren belehrt. 2008 glückte ihm das 'Hörbuch des Jahres' (Ein Sommer, der bleibt. Peter Kurzeck erzählt das Dorf seiner Kindheit), im Sommer 2009 erschien, auf ähnliche Weise entstanden, konzipiert von Thomas Böhm und Klaus Sander, Die Nacht ist aus Tinte gemacht. Herta Müller erzählt das Dorf ihrer Kindheit im Banat. Gestern wurde nun bekannt, dass Herta Müller mit dem Literaturnobelpreis 2009 ausgezeichnet wird. Meine Empfehlung: SOFORT KAUFEN!"
(Matthias Kratzenstein, sprecherforscher.de, 9. Oktober 2009)

"Herta Müller beschreibt das Dorf, aus dem sie kommt, beschreibt einer Ethnologin gleich Gegenstände, Kleidungsstücke etc., die im dörflich-bäuerlichen Alltag zum Einsatz kamen, die aber heute, noch nicht einmal nach 50 Jahren, aus dem westdeutschen, großstädtischen Alltag für sie gänzlich verschwunden sind. Sie spürt und horcht diesen Phänomenen nach, beschreibt sie in ihrer wunderbar poetischen, ganz neu und unverbraucht klingenden Sprache, gibt ihnen damit auch ihre Würde zurück. Doch Herta Müller wird weder rührselig, noch pathetisch, sie verfällt keineswegs in Nostalgie und überdeckt die Härte ihrer Kindheit nicht mit gnädigem Vergessen und/oder Beschönigen. Sie breitet die Innenwelt eines Kindes vor dem Hörer aus, lässt ihn an seinen Ängsten, Träumen, seinen Vorstellungen und Ideen teilhaben, konfrontiert diese Seite der Kindheit und Jugend aber auch mit der harten Seite der sie umgebenden aüßeren Welt, die aus Arbeit, Prügeln, Ungerechtigkeiten und viel Unverständlichem bestand. Die Nacht ist aus Tinte gemacht ist ganz sicher geeignet, der Autorin Herta Müller, deren Bücher nicht immer einfach zu lesen sind, auf biographische, aber auch auf sprachliche Weise näher zu kommen. Ihre bildhafte Sprache, das Verblüffende an ihren Formulierungen, ihre Lust, Sprache zu formen und zu verformen, wird hier ganz unmittelbar erfahrbar, zumal die Autorin mit ihrer Sprach- und Dialektfärbung den Hörer noch näher an sich, an ihre Kunst heranlässt. Klaus Sander und seinem Verlag wäre es zu gönnen, das im Gefolge des Rummels um Atemschaukel auch seine Produktion mit Herta Müller die gebührende Aufmerksamkeit erhält. Es lohnt sich, zumal die CDs selbst, die Hülle und die Beilage sehr schön und liebevoll gestaltet sind!"
(Martin Gaiser, Radio freeFM, 9. Oktober 2009)

"Das Gefühl, nicht am richtigen Ort zu sein, hat Herta Müller geprägt. Poetisch und in wunderbar eindringlichen Bildern erzählt die Literaturnobelpreisträgerin 2009 den Ort ihrer Kindheit im Banat in Rumänien."
(Renate Naber, WDR5 Ohrclip, 10. Oktober 2009)

"Unglaublich intensiv: Die CDs sind ein Gedicht!"
(Beate Krämer, Bild am Sonntag, 11. Oktober 2009)

"Herta Müller erzählt, d.h. dem, was wir hier hören, liegt kein vorgefertigter Text zugrunde. Es ist oral history, aber auch oral poetry, wenn Bezeichnungen plötzlich zu Metaphern werden, die immer neue Assoziationen hervorrufen. Dieser Kultur des Mündlichen hat sich der kleine supposé­Verlag in Berlin verschrieben und es ist eine der Freuden des Nobelpreises für Herta Müller, dass supposé nun auf breitere Aufmerksamkeit treffen wird. Denn im Erzählen öffnet ja der Erzählende eine Tür, die im Schriftlichen verschlossen bleibt: die Sprechstimme in ihrer ungekünstelten Modulation erzeugt ein Mehr als die Wörter allein und berührt anders als das vorgelesene Wort. Daher lohnt es, dieses Hörbuch mit dem im letzten Jahr erschienenen Ein Sommer, der bleibt. Peter Kurzeck erzählt das Dorf seiner Kindheit zu vergleichen. Auch dort erzählt ein Autor eine dörfliche Kindheit, die eines Flüchtlingskindes in der Nachkriegszeit. Auf bezaubernde Weise wird er noch einmal zu jenem Kind, für das die enge Welt ein Abenteuer ist. Ohne dass er verklärt, leuchtet durch seine Geschichten wirklich der Sommer, auch im Winter. Für Herta Müller hingegen war auch der Sommer unerträglich und die Erzählende möchte gewiss niemals mehr das Kind sein, das sie einmal war. Neben der Poesie mancher Formulierungen ist immer die Distanz spürbar, und besonders auf der zweiten CD dominiert die Analyse. Im Vergleich mit Kurzeck wird klar, wie eine Diktatur auch das Verhältnis des Einzelnen zur eigenen Vergangenheit beschädigt. Es ist, als ob das kleine Mädchen der erwachsenen Frau entzogen worden und nur noch mühsam erreichbar wäre. Herta Müllers Erinnerungen faszinieren nicht zuletzt durch die Welt, die sie schildern. Fern ist sie und hoffentlich vergangen. Ihre glühende Sonne wärmte nicht. Auf den eindrucksvollen Fotos des Covers wirkt die Dorfstraße immer noch so, als führte sie geradewegs ins Nichts. Herta Müller hatte den Mut und die Kraft, sie zu verlassen und reist nach Stockholm. Freuen wir uns mit ihr."
(Gisela Trahms, titel-Magazin, 12. Oktober 2009)

"Bei dem Schmuddelwetter am Wochenende hab ich’s mir mit Herta Müller gemütlich gemacht. Während ich auf meinem Sofa saß, hat die Nobelpreisträgerin mir von ihrer unidyllischen Kindheit auf dem Dorf im Banat erzählt, wo sie Kühe gehütet und Hühner geschlachtet und Angst gehabt hat. Die Nacht ist aus Tinte gemacht, so heißt die CD, erschienen in einem kleinen Berliner Hörbuchverlag, der sein Medium so ernst nimmt wie die Dichterin die Sprache, der nicht einfach nur Geschriebenes vorlesen läßt, sondern Akustik-Kunst und -Literatur produziert. Fast atemlos und ganz präzise berichtet Müller da in ihrer eigenwilligen Sprache von Verwundungen und Verwunderungen."
(Susanne Kippenberger, Der Tagesspiegel, 13. Oktober 2009)

"Unterdrückung, Diktatur, Verfolgung: Das sind die Themen der Schriftstellerin und Literatur-Nobelpreisträgerin Herta Müller. In Die Nacht ist aus Tinte gemacht erzählt sie auf eindrückliche Art von ihrer Kindheit im rumänischen Banat."
(Michael Luisier, DRS 1 Hörbar, 14. Oktober 2009)

"Herta Müller spricht so klar, wie sie schreibt - und so poetisch."
(Ulrich Rüdenauer, Falter, Nr. 42, 14. Oktober 2009)

"In diesem dichten, lebendigen Erinnerungsalbum werden die vom Nobel-Komitee gewürdigten 'Landschaften der Heimatlosigkeit' großartig begreiflich."
(Wilhelm Trapp, DIE ZEIT, 15. Oktober 2009)

"Es ist ein Dorf im Mais, in der Weite der Felder. In ihren auf zwei CDs gesprochenen Erinnerungen hat Herta Müller den Fluch der Arbeit auf diesen Feldern heraufbeschworen. Wie das Kind, das sie war, abends um Regen betete für den nächsten Tag. Regen hieß: nicht aufs Feld. Wie der Mais sich gegen unendlich streckte auf den riesigen Kolchosfeldern. Wie sie nicht begreifen konnte, wie ruhig sich die Erwachsenen ihrem Los ergaben, dem Feld zu dienen, dem Land, das - so erschien es ihr - die Menschen doch nur mästete, um sie eines Tages in sich aufzunehmen und aufzufressen. Verlorenheit ist ein Wort, das immer wieder auftaucht in den Erinnerungen an diese Kindheit in Nitzkydorf. Sie erzählt vom Leben in Nitzkydorf, das oft bedrückend war, und von den Wörtern dorther, die sie liebt. Eines ihrer liebsten ist das Leib- und Seelgewand, eine dicke, einteilige Unterwäsche mit einem Schlitz für die Notdurft - schrecklich, wenn man es tragen muss als junges Mädchen, und sie musste es tragen, aber wundervoll, wie es klingt. Leib- und Seelgewand, ein grobes, bäuerliches Ding, zugleich aber ein Wort, das Bilder enthält von einem Wunderding, welches Leib und Seele beisammenhält."
(Wolfgang Büscher, DIE ZEIT, 15. Oktober 2009)

"Mit ihrer Fähigkeit, sich und die Zuhörer in die Erfahrungswelt ihrer Kindheit zurückzuversetzen, verleiht Herta Müller der CD-Edition eine ganz besondere Intensität. Befragt von Thomas Böhm und Klaus Sander, die unhörbar im Hintergrund bleiben, spricht sie von der Härte und Enge des Landlebens. Aus der Erinnerung schöpfend, findet sie zu einem sanften, eindringlichen Rhythmus."
(Frank Kaspar, WDR 3 Passagen, 15. Oktober 2009)

"Die Gewinnerin des Literatur-Nobelpreises 2009 ist in aller Munde. Womit aber sollte man als 'Müller-Neuling' einsteigen? Versuchen Sie es doch mit diesem hochgelobten Hörbuch! Denn auf 2 Audio-CD's erzählt die Autorin höchstpersönlich von ihrer Kindheit im rumänischen Banat, der Ceausescu-Diktatur und ihrer Ausreise nach Westdeutschland. Sie liest hier nicht aus einem Buch oder nach einem Manuskript, sondern erzählt aus dem Gespräch heraus auf fesselnde Art und Weise, so dass für den Zuhörer das Gefühl entsteht, er säße irgendwo privat mit ihr und lerne die Nobelpreisträgerin persönlich kennen."
(lettra, 17. Oktober 2009)

"Nur zwei Wochen, bevor Herta Müller den Literaturnobelpreis zugesprochen bekam, bin ich auf Die Nacht ist aus Tinte gemacht gestoßen. supposé hat in Anlehnung an seinen großen Erfolg vor zwei Jahren mit einer ähnlichen Realisierung, in der Peter Kurzeck das Dorf seiner Kindheit erzählt, Herta Müller eingeladen, aus ihrer Kindheit im Banat zu erzählen. Wie bei Kurzeck ist es auch in der Aufnahme mit Herta Müller so, dass dieses Erzählen eher improvisierenden Charakter hat, beiläufig daherkommt, zuweilen plaudernd. Mir ist Herta Müller durch diesen sehr ehrlichen Erzählton, durch diesen nicht immer nur düsteren, sondern hin und wieder auch versöhnten Blick auf das Dorf ihrer Kindheit sehr nahegekommen. Wer also das zuletzt mit exotischen und ästhetischen Superlativen überhäufte Werk der Nobelpreisträgerin scheut, dem sei diese aus zwei CDs bestehende Publikation empfohlen."
(Thomas Meurer, Christ in der Gegenwart, 42/2009, 18. Oktober 2009)

"Die Schrecken ihrer dörflichen Kindheit vergegenwärtigt Müller in dieser Aufnahme ebenso eindringlich wie den späteren staatlichen Terror."
(DER SPIEGEL, Nr. 43, 19. Oktober 2009)

"Müllers Sprechen mit den gerollten R's und einem ungeheuren Reichtum an Diphthongen klingt im Zuhörer lange nach."
(Bernhard Gleim, Literaturen, November/Dezember 2009)

"Ich glaube, das ist die allerbeste Einführung in das Leben von Herta Müller und auch in ihr Werk. Und zwar von ihr selbst erzählt. Herta Müller erzählt auf sehr poetische Art und Weise, fern eines Interviews, dieses Gefühl haben Sie nie beim Hören dieser CD, den Roman ihrer Kindheit im Banat. Sie erfahren sehr viel über Rumänien, Sie erfahren fast schon eine Mentalitätsgeschichte der deutschen Minderheiten in Rumänien und Sie verstehen das Werk von Herta Müller auf eine sehr beeindruckende Art und Weise."
(Michael Lemling, Buchhandlung Lehmkuhl, Deutschlandradio Kultur, Ihr Buchhändler empfiehlt, 23. Oktober 2009)

"Eine so erhellende wie einnehmende Annäherung an Herta Müller und die Ursprünge ihrer Poetik."
(Felicitas von Lovenberg, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24. Oktober 2009)

"Eindringlich schildert Herta Müller schildert eine aus mitteleuropäischer Sicht völlig fremd wirkende Welt, in der sie auch selbst nie heimisch wurde. Da gibt es keine Idylle, sondern selbstverständliche Kinderarbeit und Prügel durch eine völlig überforderte Mutter, deren Mann Alkoholiker war. Und dennoch entkommt ihr hin und wieder ein Lächeln..."
(Manfred Kronsteiner, ORF Ö1, 26. Oktober 2009)

"Herta Müller erzählt mit ihrer weichen Stimme, in der immer ein leises Erstaunen über die eigenen Erlebnisse mitzuschwingen scheint, in eindringlichen Bildern, die voll sinnlicher Unmittelbarkeit sind. Wenn sie von den Kleidern, den Spielen, den Möbeln und den Pflanzen berichtet, dann verschmelzen Gegenstand, Gefühl und Sprache auf eine Weise, die einen unweigerlich in die beklemmende Enge der dörflichen Welt hineinzieht. Die CD eignet sich wunderbar als Einstieg in ihr Werk, weil man mit dem Ton der lyrischen Präzision ihrer Weltbeobachtung vertraut gemacht wird. Davon abgesehen sind diese gesprochenen Erinnerungen in ihrer Verschränkung von Sprache und Nachdenken selbst ein kleines Kunstwerk spontanen Erzählens."
(Thomas Linden, Kölnische Rundschau, 26. Oktober 2009)

"Mit Herta Müller hat nicht nur eine wahre Dichterin den Literaturnobelpreis bekommen, sondern auch eine fantastische Geschichtenerzählerin. Kühl, überlegt, ohne Schnörkel und Pathos und doch packend, öffnet sie uns mit klaren Worten den Deckel zu ihrer Schatztruhe der Erinnerung. Ein Hörerlebnis der einzigartigen Art!"
(Anne Coblenz, NDR1, 27. Oktober 2009)

"Herta Müller gewährt dem Zuhörer intime Einblicke in ihre Vergangenheit - es scheint, als spräche sie nur für sich allein, völlig versunken in ihren Erinnerungen..."
(Mareike Roder, B.Z., 30. Oktober 2009)

"Die leicht zögernde Silbenfolge, der Ost-Akzent, in dem Herta Müller vom bäuerlichen Leben und der Arbeit auf den randlosen sozialistischen Maisfeldern erzählt, machen ihre Worte beinahe physisch greifbar. Ein Kleinod der Erzählkunst."
(Regula Freuler, NZZ am Sonntag, 1. November 2009)

"Der Nobelpreis für Herta Müller, das ist eine Sternstunde für die deutsche Literatur - aber auch eine Sternstunde der Jury in Stockholm. Den allerbesten Zugang zu Herta Müllers Welt und zu Herta Müllers Literatur bietet in meinen Augen ein außergewöhnlich intimes Hörbuch von Klaus Sander und Thomas Böhm: Die Nacht ist aus Tinte gemacht heißt es, Herta Müller erzählt darin von der Welt ihrer Kindheit im Banat, und erschienen ist es im Verlag supposé."
(Denis Scheck, ARD Druckfrisch, 1. November 2009)

"In Die Nacht ist aus Tinte gemacht beschreibt Herta Müller das Leben der Banater Schwaben, aber auch die Wunden, die das damalige kommunistische Regime ihrer Familie zufügte. Diese Kindheit, die sie auf dem Dorf und unter der Diktatur verbrachte, prägt das Schaffen der Autorin."
(Maria Sileny, KDFB Engagiert - Die Christliche Frau, Nr. 11/2009)

"Eine höchst interessante Standortbestimmung. Der Verlag (supposé) hat sogar einen Stadtplan von Nitzkydorf beigelegt."
(Helmut Schneider, Wien live, Nr. 49, November 2009)

"Herta Müller erzählt zugleich schlicht und sprachgewaltig, teils mit einem reflektierenden Blick, teils so unmittelbar und lebendig, als wäre das Dorf ihrer Kindheit ganz gegenwärtig."
(Tobias Barth, MDR Figaro Durchgehört, 3. November 2009)

"Eine ausgezeichnete Produktion, die differenzierte Einblicke in den Alltag eines Schwäbischen Dorfes im Banat gibt."
(Christian Glass, Donauschwäbisches Zentralmuseum Ulm, 3. November 2009)

"Das Interview-Hörbuch des supposé-Verlags gibt Einblick in eine rumänische Nachkriegszeit, die für Herta Müller eine Zeit der Gewalt und einer heftigen Auseinandersetzung mit Sprache ist. Besonders die Stimme Herta Müllers hat die Rezensenten beeindruckt, die hier eine Spiegelung ihres Werks und ihrer Persönlichkeit hören."
(Perlentaucher, Bücherbrief - Die besten Bücher des Monats, 5. November 2009)

"Herta Müller steht supposé freimütig über ihre Banater Kindheit und die Schikanen des Staatssicherheitsdienstes Securitate Rede. Im Gegensatz zum Interview oder zum schriftlich fixierten Buch müssen diese Erinnerungssätze nicht 'auf den Punkt' kommen. Die Stimme verweigert, indem sie angehoben bleibt, abschliessende Gewissheiten. Eine existenzielle Spannung hält an."
(Christiane Zintzen, Neue Zürcher Zeitung, 6. November 2009)

"Es passt zu Denis Schecks unterhaltsamer Kritik, dass für ihn das beste literarische Werk unter den rund 34.000 Neuerscheinungen des Herbstes ausgerechnet eine CD ist: Mit Die Nacht ist aus Tinte gemacht hätte sich die Literaturnobelpreisträgerin wirklich selbst übertroffen."
(Robert Flader, Aachener Zeitung, 8. November 2009)

"Ein unglaublich eindrückliches Werk. Wer Herta Müller noch nicht kennt und nicht gleich einen Roman von ihr lesen will, der ist sehr gut bedient mit diesem schönen Hörbuch."
(Dr. Rainer Moritz, Spreeradio, 17. November 2009)

"Preisgekröntes Hörbuch, das von der fesselnden Stimme Müllers lebt."
(Julia Kospach, Format, 20. November 2009)

"In wunderbar poetischen Sprachbildern erzählt Herta Müller unter dem Titel Die Nacht ist aus Tinte gemacht, wie sie sich schon als Kind im Banat eine eigene Sprache und Welt schuf."
(Bayern 2, radioTexte, 29. November 2009)

"Wenn wir die fragile Stimme dieser begabten Erzählerin hören, erleben wir uns in einer Wohnstube, um gebannt an ihren Lippen zu hängen. Einfachstes Leben prägten ihre Kinder- und Jugendjahre. Doch das junge Mädchen ist mit einer Beobachtungslust voller Hingabe gesegnet, die auch bald Worte findet und uns heute in ihrer Erinnerung als erwachsene Frau in einen weiten, betörenden Sprachraum mitnimmt. Thomas Böhm und Klaus Sander führen zielsicher und quellenorientiert Regie im Hintergrund, dass die differenzierte Tiefe dieser Kindheits- und Lebenserinnerungen unpathetisch anrührt und alles zu einem poetischen Meisterwerk gerinnt. Immer wieder will man einzelne Sequenzen hören, weil Herta Müller intensiv die verschütteten und korrumpierten Gefühle von Liebe, Macht, Tod, Verzweiflung, Einsamkeit und Angst bewegt, durchdrungen von der Bewegung des Staunens, das uns nimmermüde öffnet und trotz aller Fährnisse mit dem Leben verbindet. Unfassbar, wie eine einzelne Stimme diesen versunkenen Kosmos ins Leben ruft... "
(Georg Leifels, Haken, Dezember 2009)

"Herta Müller erzählt in freier Rede vom Leben der Deutschen in der Ortschaft Nitzkydorf mitten in Rumänien. In dieser abgelegenen, vormodernen Welt liegt der Ursprungs- und Gravitationspunkt ihres Schreibens."
(Claus-Ulrich Bielefeld, rbb kulturradio-Tipps - Bücher und CDs zu Weihnachten 2009)

"Die Nacht ist aus Tinte gemacht ist ein außergewöhnliches Hörbuch - und nichts anderes als das, denn es ist ausschließlich im Gespräch erarbeitet worden. So ist ein großes Stück hochliterarischer Oral History entstanden."
(Ronald Meyer-Arlt, buchjournal, Nr. 6/2009)

"Herta Müller erzählt so, als säße man irgendwo ganz privat mit ihr zusammen. Bei einer Tasse Tee beispielsweise. Oft hört man, dass sie das Erzählen selbst auch sehr bewegt. Die Erinnerung in ihr aufsteigt. Wenn sie sich an ihre Kindheit mit allen Facetten erinnert. Ob es die schwere Landarbeit ist oder das religiöse und familiäre Leben. Oder die politischen, sprachlichen und historischen Strukturen. Wer Rumäniendeutsche - oder überhaupt aus ihrer Heimat Vertriebene bzw. Geflohene - verstehen bzw. ihr Schicksal erahnen möchte, der bekommt mit dieser Doppel-Audio-CD einen unglaublich tiefgreifenden Einblick in die Seelenwelt. Für alle anderen ist es ein besonderes Stück Sprache und Faszination an deren Klang, großartige Poesie und einfach ein einzigartiges Hörerlebnis."
(Sylvia Obst, t.akt - Kultur+Freizeitmagazin für Thüringen, Dezember 2009)

"Der sicher beste Einstieg in das Werk der diesjährigen Nobelpreisträgerin. Mit diesem Hörbuch kommt man ihr so nah wie nur irgend möglich."
(Ulrich Sonnenschein, hr2 Mikado, 4. Dezember 2009)

"Ein guter Einstieg ins eher schwierige Werk der Nobelpreisträgerin. Es gibt keine Buchvorlage." (radiomagazin, Nr. 49/50, 5.-18. Dezember 2009)

"Die Nacht ist aus Tinte gemacht ist ein berührendes Hörbuch. Müller ist einmalig darin, bittere Wirklichkeit und poetische Weltsicht zu verbinden. Frei von der Leber weg erzählt die Literatur-Nobelpreisträgerin von ihrer Jugend im Banat, von Enge und Not, aber auch den Kompensationen einer kindlichen Phantasie - die ihrem Stil bis heute seine ureigene Kraft gibt."
(Wolf Ebersberger, Nürnberger Zeitung, 5. Dezember 2009)

"Jeder, der wissen will, welche frühen Prägungen Herta Müller erlebt hat und welche Erfahrungen ihr Werk bis heute grundieren, sollte zu diesem Hörbuch greifen."
(Ralph Schock, Saarländischer Rundfunk, 5. Dezember 2009)

"Herta Müllers Sprache ist so poetisch, wie ihre Bilder originell sind und ihre Sätze von einem ganz eigenen, durchdringenden Rhythmus. Die Schönheit ihrer Sprache ist der Widerpart zum Schrecklichen des großen Themas, um das ihr Werk kreist: das Leben und Leiden in der Diktatur, in Rumänien, wo sie 1953 in die Welt der deutschen Minderheit hineingeboren wurde. Von ihrem Leben im Banat erzählt Herta Müller in dem jüngst erschienenen Hörbuch Die Nacht ist aus Tinte gemacht. Vom Zauber der Kindheit in einer mittlerweile untergegangenen Welt berichtet sie, von der harten Arbeit der Eltern und von der Angst, die ihr bis zur Ausreise nach Berlin 1987 ein ständiger Begleiter war."
(buch aktuell, Winter 2009/2010)

"Einen sehr direkten Zugang zu Herta Müller und ihrem Leben in Rumänien erlaubt Die Nacht ist aus Tinte gemacht. Aus dem Gespräch heraus beschreibt sie intensiv die Lebenswelt der Banater Schwaben. Bereits als Schulkind spürt sie, wie sich das Gewaltregime in ihr Leben drängt."
(Thomas Borchert, Westdeutsche Zeitung, 8. Dezember 2009)

"Tolle Einstimmung in die sehr eigene Welt der Herta Müller."
(WDR 2 Servicezeit, 9. Dezember 2009)

"Herta Müller erhält heute den Literaturnobelpreis. In der Berichterstattung seit Bekanntgabe der Wahl im Oktober wurde sie häufig als unerbittlich strenge und unnahbare Enthüllerin dargestellt. Die Nacht ist aus Tinte gemacht erzeugt einen ganz anderen Eindruck. Jetzt wo man weiß, dass sie als Kind Blumen aß, um selbst eine zu werden; dass sie Hühner schlachten konnte und in einem Akt der Verzweiflung das Familien-Akkordeon im Brunnen versenkte. Jetzt kommt sie einem vor: Wie eine Frau, die sich durch ihre Angst geschrieben hat. Eine Schriftstellerin, die nun nicht mehr alleine auf einem Herta-Müller-Planeten wohnen muss, sondern uns hat, die wir wissen wollen, wie es da zugeht."
(Brigitte Neumann, Deutschlandradio Kultur, 10. Dezember 2009)

"Mit eindringlicher Intensität erzählt Herta Müller die Geschichte ihrer freudlosen Kindheit in Nitzkydorf."
(Terry Albrecht, WDR5 Scala, 10. Dezember 2009)

"Eine richtige Einstiegsdroge: hypnotisch und faszinierend."
(Antje Deistler, WDR 2 Mittagsmagazin, 10. Dezember 2009)

"Die neue deutsche Nobelpreisträgerin Herta Müller ist in aller Munde; aus ihrem eigenen Mund erfahren wir die Wahrheit: Die Geschichte(n) ihrer Kindheit im rumänischen Banat erzählt sie selbst, frei und ohne Manuskript, im beeindruckenden Hörbuch Die Nacht ist aus Tinte gemacht. Ihre leicht zögernde Ausdrucksweise, das hart rollende R, verstärken den Eindruck der Fremdheit. Intensiv, beeindruckend."
(Britta Heidemann, WAZ, 12. Dezember 2009)

"Eine verlegerische Glanzleistung"
(Gabriela Schaaf, Deutsche Welle, Bücherwelt, 13. Dezember 2009)

"Schon mit ihren ersten Sätzen löst Herta Müller einen unglaublichen Sog aus, muss man weiterhören, die ganzen 116 Minuten, ohne eine einzige Pause zu machen. Denn das atemlose Erzählen von ihrer Kindheit im Banat, in jenem abgeschiedenen Nitzkydorf in Rumänien, welches für sie der Inbegriff von Angst und Verlorenheit war, überträgt sich beim Hören. Von der ersten Sekunde an hat man Gänsehaut..."
(Kristine von Soden, Deutsche Welle, Bücherwelt, 13. Dezember 2009)

"Für alle, die unsere Literatur-Nobelpreisträgerin (besser) kennen lernen wollen. Wir folgen ihr gebannt, weil sie etwas zu sagen hat - und ihr Dialekt so schön klingt."
(Katharina Wantoch, Brigitte, Nr. 1/2010, 16. Dezember 2009)

"Mit verletzter, sanfter Stimme berichtet Herta Müller von Kuriosem, Magischem und auch Schrecklichem, das in Nitzkydorf passierte. Ohne poetische Überfrachtung spricht sie fast schon lapidar, aber unheimlich dicht über große und kleine Begebenheiten, die so viel bedeuten."
(Dennis Evers, Bochumer Stadt- & Studierendenzeitung, 16. Dezember 2009)

"In die Fremde und in den Terror hineingeboren, allein unter Erwachsenen. So wachsen Nobelpreisträger heran."
(Elmar Krekeler, Berliner Morgenpost, 16. Dezember 2009)

"Stück für Stück erweckt Müller nicht nur ihre Heimat, die es in dieser Form nicht mehr gibt, zum Leben, sondern deckt auch das diktatorische System auf. Ein beeindruckendes Hörbuch!"
(Christoph Hartner, Steirerkrone, 18. Dezember 2009)

"In diesem außergewöhnlichen Hörbuch erzählt Herta Müller ihre Lebensgeschichte - intim und unmittelbar. Sie erzählt in fantasievollen Bildern, authentisch und surreal zugleich. Es sind bewegende, manchmal auch erschütternde Momentaufnahmen einer Schriftstellerin mit einer ganz eigenen Sprache. Die Nacht ist aus Tinte gemacht bringt uns die Welt der Herta Müller ganz nahe - ungeschminkt."
(Gudrun Bold, 3sat Kulturzeit, 18. Dezember 2009)

"Ein ganz anderes Hörbuch. Man kriegt ganz viel mit von der etwas verschrobenen Gedankenwelt der Herta Müller und hört mit wachsender Faszination zu."
(Antje Deistler, WDR 2 Servicezeit, 23. Dezember 2009)

"Herta Müller bleibt bei sich, bei den rumänischen Erfahrungen. Von der Deportation der Rumäniendeutschen bis zu den Entrechtungen unter Ceaucescus Diktatur. Als 'monothematische Schmerzensliteratur' verschlagwortet das Feuilleton Herta Müllers Lebenswerk. Bei ihr klingt das freilich anders: nach Überlebenskampf und unausweichlicher Notwendigkeit. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Als sie in diesem Jahr mit Thomas Böhm und Klaus Sander das fantastische Hörbuch über ihre Kindheit im Banat aufnahm, sind sie ganz vernehmlich noch da, die Gespenster der Vergangenheit. Die Nacht ist aus Tinte gemacht. Treffender könnte der Titel nicht sein. Frühe Ängste und lange Schatten."
(Silke Behl, Radio Bremen, Literaturzeit Spezial, 26. Dezember 2009)

"Was für eine beeindruckende, konzentrierte Stimme, leise in ihrer Zurückhaltung, ganz bei der Sache und in einer Landschaft, einem Dorf, einer Zeit, die weit, unendlich weiter von meiner Vorstellung entfernt sind, als das Alter der Erzählerin vermuten lässt. Herta Müller berichtet von ihrer Kindheit im rumänischen Banat: mündlich erzählt sie, als Antwort auf die nicht mehr hörbaren Fragen der Regisseure Thomas Böhm und Klaus Sander; von der Welt um sie herum und deren Gegenständen und Bräuchen, mit großer Genauigkeit den berichteten Dingen zugewandt, sie sich selbst vor Augen führend (und uns vor Ohren). Eine Genesis uns fremden Geländes, verlorenes Terrain, völlig glaubhaft wiedererstanden und akustisch abgeschritten in bewegenden Miniaturen."
(Christian Brückner, Büchergilde Magazin, Nr. 1/2010)

"Wir hören einzelne Texte. Mal länger. Mal kürzer. Man hört. Geschnitten. Die Schnitte. Verschlucken die Fragen. Der Gesprächspartner. Wir hören. Nur Herta Müller. Und spüren. Den Menschen. So wird das Medium. Zum Zeugnis. Hörbuch. Mehr als Buch. Nicht die kunstvolle Verlesung. Eines literarischen Textes. Durch zum Lesen. Angeblich Berufene. Sondern eigens Gesprochenes. Bedachtes Bedächtiges. Gedecktes Aufdeckendes. (Talk-Show-Ungeeignetes.) Was durch die Stimme der Hauptfigur. Eigenen Wert erlangt. Das Leben. Das Herta Müller gemacht hat. Zu der. Die sie ist. Realien. Sie schildert. Nicht wertend. Es wertet sich selbst. Großartig. Was dem Berliner Label supposé. Gelungen ist. Die Müller-Forschung. Muss hören. Normallesern. Genuss. Hilfe. Nähe."
(Orangerunner, 6. Januar 2010)

"Bei Herta Müller ist jeder Satz ein Individuum. Ja, sie spricht ebenso poetisch und geformt wie sie schreibt. Nur kommt bei diesem Audiobook noch die magnetisierende Wirkung hinzu, die nur von einer Stimme geschaffen werden kann, von einem Klang. Man hört dieser Stimme so gerne zu ... Müllers intensive Leidenschaft, auf Dinge zu blicken und eine Sprache dafür zu finden, ist sagenhaft, weil so lebendig in der Darstellung. Daher eignet sich Die Nacht ist aus Tinte gemacht bestens für den Einstieg in das Werk dieser Schriftstellerin. Obwohl die Literaturnobelpreisträgerin 'nur' ihr Elternhaus beschreibt, eine kleine Dorfsiedlung und deren Alltag, strahlt so viel poetische Faszination aus dieser ihrer Geschichte."
(Caroline Werner, suite 101, 13. Januar 2010)

"Kindheitstypisches mischt sich mit Banater Besonderheiten: Herta Müller war ein Land-Ei, ein Kind, das früh arbeiten musste und die alten Sachen auftragen, die ihre Familie aus dem verstaatlichten Kolonialwarenladen des Großvaters gerettet hatte. Und es hätte nicht viel gefehlt, da wäre aus ihr eine Schneiderin geworden, die aus dem heimischen Nitzkydorf nie herauskommt..."
(WAZ, 22. Januar 2010)

"Herta Müller erzählt ihre Kindheit wie ein wildes Wachsen in feindlicher Umgebung. Wie die Pflanzen, die sie kaut und denen sie neue Namen gibt. Sie übt sich in der Angst. Diese wird ihr zum Kompass, als die junge Schriftstellerin ins Visier der Securitate gerät. Ihr Widerstand: die Sprache. Mit Diktatur - bis in die Sprache hinein - hat es Herta Müller schon als Kind aufgenommen."
(Anne Preckel, Radio Vatikan, 13. Februar 2009)

"In diesem wunderbaren, packenden Hörbuch erzählt Herta Müller ganz nüchtern und gleichzeitig sehr anschaulich von ihrer Kindheit und einer Welt, die uns fremder nicht sein könnte. Vom Leben auf dem Land, von der Schule, dem Essen, den Zigeunern, den Volksfesten und der heute so exotisch wirkenden Atmosphäre in Nitzkydorf. Die harte Arbeit auf den Feldern, die aufregenden Fahrten in die Stadt, das gesellschaftliche Zusammenleben. Es war eine Gemeinschaft, die mental von der nächsten Großstadt soweit entfernt war wie die Erde vom Mond. Dieses Hörbuch macht eindrücklich erfahrbar, welch starken Einfluss diese Jahre auf die Literatur Herta Müllers bis heute ausübt. Wer in ihr Werk einsteigen will, sollte mit diesem Hörbuch beginnen."
(Björn Gauges, Fuldaer Zeitung, 9. März 2010)

"Man hört eine recht trockene, nüchterne Stimme, eine manchmal entfernt bekümmert, manchmal sacht amüsiert klingende Stimme, die gewissermaßen 'aus dem eigenen Kopf vorliest'. Der Charme an diesen Hörtexten ist übrigens, dass sie ahnen lassen, wie der Prozess der Schriftstellerei bei dieser Autorin aussehen kann, das Suchen nach Bildern, das Befragen der Worte und Bilder und das Setzen von Situationen, die dann den Eindruck vermitteln: So muss das gewesen sein, so hat es sich angefühlt."
(Caroline Fetscher, Der Tagesspiegel, 28. März 2010)

"Eigentlich erst durch Herta Müllers Werk ist den meisten von uns aufgegangen, dass da noch eine weitgehend deutschsprachige Gegend in Rumänien existierte, darin ein kleiner Ort mit Namen Nitzkydorf. Sie haben einen Plan dieses Ortes mit ihrer eigenen Handschrift beschriftet, der dem Hörbuch Die Nacht ist aus Tinte gemacht beiliegt, in dem Sie so wunderbar detailliert und ergreifend lebendig von Ihrem Leben erzählen. Sie haben den Plan desjenigen Ortes beschriftet, den Sie so wortmächtig in Ihren Büchern und auf der CD in Sprache verwandelt haben. Das Dorf Ihrer Kindheit wäre verschwunden und vergessen, wenn Sie es nicht in Ihre Dichtung hinein gerettet hätten. Das ist die eine Aufgabe der Literatur, wie sie von Ihnen geschrieben wird: Rettung, Aufbewahrung, Überlieferung. Bei Ihnen wird es so herrlich anschaulich, wie ein Kind die Welt erlebt, wie für ein Kind ein Dorf zu einem ganzen Kosmos werden kann. Die anderen Menschen bringen in ein Kinderleben großes Glück oder machen schreckliche Angst, sie haben Bräuche, die ein Kind erst lernen muss, sie haben harte Arbeit und oft ein schweres Schicksal. Jede Kindheit ist einer anderen ähnlich, erst recht, wenn sie sich zur selben Epoche abgespielt hat. Träume und Ängste, Sehnsucht und Lernen, Spielen und Entdecken, das kennen alle Kinder. Und doch ist jede Kindheit auch grundverschieden von der anderen. Nicht nur, weil die äußeren Umstände jeweils andere sind, sondern vor allem, weil wir alle Individuen sind, weil wir alle unverwechselbare und unersetzbare Einzelne sind. Den Blick von Herta Müller hat eben nur Herta Müller - und die Sprache von Herta Müller ist unverwechselbar ihre."
(Bundespräsident Horst Köhler, Grußwort anlässlich der Ordensverleihung an Herta Müller, Schloss Bellevue, 6. Mai 2010)

"Herta Müller erzählt sehr authentisch und in klarer, schnörkelloser Sprache. Der Ton wirkt fast emotionslos und ist doch ergreifend. Der besondere Dialekt unterstreicht diese Wirkung."
(Claudia Elsner-Overberg, Medientipps aus der Stadtbibliothek Solingen, 10. Mai 2010)

"Sehr empfehlenswert."
(Buchhandlung Engel & Co. Stuttgart, Katalog September 2010)

"In Die Nacht ist aus Tinte gemacht, von Anfang an als Gegenstück zu Peter Kurzecks sehnsüchtig-schwärmerischer Erzählung Ein Sommer, der bleibt geplant, erinnert sich Herta Müller an ihre bedrückende Kindheit im Banat. Fast kann man hören, wie sie den Klageton in poetische Schubkraft verwandelt."
(Jutta Person, Literaturen, Oktober/November 2010)

"Thomas Böhm und Klaus Sander haben Herta Müller zu ihrer Kindheit im Banat in Rumänien befragt. Herausgekommen ist ein faszinierendes Hörbuch. Auf fesselnde Art und ganz ohne musikalische Unterbrechungen erzählt Müller über ihre Erlebnisse in Nitzkydorf, einem kleinen abgelegenen Dorf in Rumänien. Ob Familienleben, Sprache, Kleidung, Spiele, Kirche oder Schule: in den Schilderungen ihrer persönlichen Erfahrungen erinnert sie sich auch an kleinste Details und lässt dabei den Dorfalltag mit Menschen und Tieren wieder lebendig werden."
(Christine Köhler, Medientipps der Stadtbücherei Ennepetal, Oktober 2010)

"In unverwechselbarem, rauem Duktus schlägt Herta Müller ein Kindheitsalbum auf, das aus Schlüsseleindrücken besteht und die Objekte der ersten Lebensjahre mit magischer Bedeutsamkeit auflädt."
(Rainer Moritz, WDR3 Gutenbergs Welt, 30. Januar 2011)

"Nicht nur eine ideale Einführung in das Werk der Literaturnobelpreisträgerin, sondern auch eine Art Quintessenz daraus."
(Denis Scheck, Mayersche Buchhandlung Katalog, Frühling/Sommer 2011)

"Mit eindringlicher Intensität erzählt Herta Müller die Geschichte ihrer freudlosen Kindheit in Nitzkydorf."
(WDR 5 Scala, 16. August 2013)

"Diese Stimme, diese Erzählweise schlug mich sofort in den Bann. Ich wollte nur noch hören!"
(Monica Leuer-Rose, Stadtbücherei Münster Freundeskreis - Empfehlungen, März 2015)