Mein wildes Herz
Peter Kurzeck erzählt

Konzeption und Regie: Klaus Sander
Erzähler: Peter Kurzeck
Aufnahmen: Klaus Sander
Schnitt und Mastering: Michael Schlappa
Produktion: supposé 2011

2 Audio-CDs, 120 Minuten
ISBN 978-3-932513-98-5
Euro 19,80

Ausgewählt für die hr2-Hörbuchbestenliste Februar 2011
Ausgewählt für die hr2-Hörbuchbestenliste März 2011

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Die langen heißen Sommer zogen Peter Kurzeck einst ins südfranzösische Uzès. Aber mit den Jahren merkt er, dass die Winter noch viel schöner sind. Von seiner winterlichen Provence erzählt Peter Kurzeck auf Mein wildes Herz: von Ausflügen nach Nîmes und Avignon; Sätzen über Rembrandt; vier Bahnhofsuhren mit vorwurfsvollem Blick, die in der Wohnung ticken, beinahe so wie die seit Monaten vor sich hergeschobene Steuererklärung; von der unter südlichem Licht und Mistral sich endlos ausdehnenden Landschaft und den Menschen, die sie prägt. Ein besonderer Wintertag steht im Zentrum seiner Erzählung: Freitag, der 13. Februar 2004. Es ist der Tag seines Schlaganfalls. Er gibt ihm das Gefühl, die Kontrolle über sein Leben verloren zu haben. Auf dem Monitor flattern seine Herzklappen wie Flaggen im Wind, existenzbedrohend, aber "man möchte ewig leben, solange der Mistral weht".

Mit Mein wildes Herz setzen Peter Kurzeck und Klaus Sander ihre erfolgreiche Reihe frei aus dem Gespräch heraus entfalteter Erzählungen im Wortsinn fort. Nach dem von Kritik und Publikum gleichermaßen gefeierten und als "Hörbuch des Jahres 2008" ausgezeichneten Roman Ein Sommer, der bleibt und Da fährt mein Zug ist Mein wildes Herz ihre dritte gemeinsame Produktion.

Stimmen der Kritik:

Ausgezeichnet als "Hörbuch der Woche"
(B5 aktuell, 24. Dezember 2010)

"Zwei CDs, denen man atemlos lauscht, als würde darauf die Welt neu erstehen - das ist Peter Kurzecks ganz besonderer Blick auf die Dinge, sein Wunsch, alles festzuhalten, und seine Stimme, die einen verführt, sich ihr anzuvertrauen und nichts mehr links liegen zu lassen."
(Ulrich Rüdenauer, Falter Wien, 5. Januar 2011)

"Die Chronik eines Mannes, der Chronometer, Zeitmesser fürchtet und liebt zugleich. Wiederum spart Kurzeck kein Detail aus, und gerade aus der Tatsache, dass hier weitestgehend Unspektakuläres verhandelt wird, gewinnt diese Doppel-CD ihre eigentümliche Spannung. Eine äußerst gelungene Produktion."
(Knut Cordsen, Bayern 2 Diwan Büchermagazin, 8. Januar 2011)

"Wie Kurzeck die Stimmung in der winterlichen Provence beschwört, wie er den Mistral feiert, den so viele Menschen hassen, weil er Wetterumschwung bedeutet, wie er über die Cafés spricht, die er aufsucht, wie er beschreibt, warum er sie aufsucht - all das hat den Ton und den Charme einer kindlichen Märchenstunde, deren Bann man sich niemals zu entziehen vermochte. Aber Kurzeck erzählt wahr ... Niemand in der deutschen Literatur wandelt mit solcher Akribie und Sorgfalt auf den Spuren Prousts ... So fügen sich plötzlich Erzählungsstränge aus dem ersten Teil des Berichts auf wundersame Art ins spätere Geschehen, etwa ein höchst skurriler Uhrenkauf. Es ist, als hätte Kurzeck sich all das vor der Aufnahme sorgsam zurechtgelegt, doch beim Zuhören wirkt dann alles vollkommen spontan. Keinen Satz jedoch darf man verpassen, selbst wenn die Abschweifung noch so weit führen sollte, denn womöglich wird er begrifflich noch immens wichtig für das, um was es hier geht: Leben und Tod. Dass alles gut ausgegangen ist, wird keinen überraschen. Aber hören Sie unbedingt selbst! "
(Andreas Platthaus, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15. Januar 2011)

"Peter Kurzeck fabuliert im Gespräch druckreif drauflos. Gerade seine frei gesprochenen Erzählungen sind es, die ihm als literarische Stimme zu einem größeren Publikum verholfen haben. Auf inzwischen drei Hörbüchern, die seit 2007 unter der Regie von Klaus Sander beim Label supposé erschienen, fasziniert Kurzeck, der Exzentriker der Erinnerung, mit ausufernden Geschichten, die eine magische Sogwirkung ausüben. Zuhören, wie Literatur entsteht - das fasziniert."
(Michael Schreiner, Augsburger Allgemeine, 28. Januar 2011)

"Es ist dem Berliner Klaus Sander hoch anzurechnen, mit seinem supposé-Verlag an die verschütteten Traditionen der mündlichen Überlieferung anzuknüpfen. Zum Protagonisten seiner kleinen medialen Revolution wird dabei der 1943 geborene Erzähler Peter Kurzeck, der längst nicht mehr als Geheimtipp gilt. Unter Kennern besteht kaum Zweifel daran, dass Kurzecks von keinem Zeitgeistlüftchen zu beirrende Prosaerkundungen des eigenen Lebens zum Bestechendsten gehören, was die deutschsprachige Literatur in den letzten Jahrzehnten hervorgebracht hat."
(Rainer Moritz, WDR 3 Gutenbergs Welt, 30. Januar 2011)

"Mit seinem Gehirn ist eigentlich alles in bester Ordnung: Es spuckt in zuverlässiger Schönheit Erinnerungen und Ideen aus, Gedankengänge und Fantasien, die Peter Kurzeck miteinander verkettet und dem Regisseur Klaus Sander erzählt. Mein wildes Herz ist die dritte gemeinsame Produktion und so lohnenswert wie die ersten beiden."
(Marlies Schaum, Deutsche Welle Bücherwelt, 30. Januar 2011)

"Pure Erzählkunst! Großartig!"
(HÖRZU, Februar 2011)

"Erneut erzählt uns Peter Kurzeck eine Geschichte. Diesmal geht es um nichts weniger als um Leben und Tod. Um sein Leben, sein Herz, seinen Kopf, die aus dem Gleichgewicht geraten. Aber wie immer mäandert seine Erzählung um viele weitere Themen: um Literatur, die winterliche Provence, die unerledigte Steuer, tickende Uhren und vieles mehr. Ein wunderbar facettenreiches Hörbuch."
(hr2-Hörbuchbestenliste Februar 2011)

"supposé ist bekannt für Hörbücher, denen kein geschriebenes Buch zugrunde liegt: Da wird nicht vorgelesen, sondern erzählt. Zunächst waren es Wissenschaftler und Philosophen, die supposé-Verleger Klaus Sander einlud, damit sie ihre Theorien mündlich erläuterten und aus ihrem Leben erzählten. Gemeinsam mit dem Schriftsteller Peter Kurzeck hat Sander dieses Verfahren auf die Literatur ausgeweitet. Der Verleger tritt akustisch nicht in Erscheinung, doch spürt man, dass der Erzähler ein Gegenüber hat. Kein glatter Vortrag wird hier zu Gehör gebracht, sondern ein alltägliches Sprechen, in dem das Nachdenken und die Suche nach Formulierungen noch zu spüren sind. Beim Sprechen hat Kurzeck ein Stück Literatur geschaffen, das so komponiert ist, dass beim Zuhören schnell eine eigenartige Sogkraft entsteht. Wie eine Novelle ist Mein wildes Herz aufgebaut, mit einer unerhörten Begebenheit, auf die alles zuläuft... Peter Kurzeck ist ein Meister der mündlichen Erzählkunst."
(Christel Wester, WDR 3 Passagen, 10. Februar 2011)

"Die Nähe auf Zeit bereichert den Zuhörer ungemein: Es ist wie damals, als die Menschen abends noch vor dem Kamin saßen und einem begnadeten Erzähler lauschten."
(Florian Felix Weyh, Deutschlandfunk Büchermarkt, 11. Februar 2011)

"Der Alltag durchdringt das Besondere und wird mit ihm eins in der Literatur. Zwischen Steuererklärung, täglichen Mahlzeiten und dem unerschütterlichen Bedürfnis nach Ruhe sehen wir hier die Entstehungsbedingungen großer Literatur."
(Ulrich Sonnenschein, hr2 Mikado spezial, 12. Februar 2011)

"Peter Kurzeck erzählt aus seinem Leben, zwei Stunden lang, so als säße er zuhause neben uns auf dem Sofa und erinnerte sich gerade aus dem Moment heraus. Wir werden hier in eine ganz aussergewöhnliche Situation mit hineingenommen, Peter Kurzeck nimmt uns in seine persönliche Welt, in die wir sonst nie auf so intime Weise Zutritt hätten, durch seine Stimme."
(Raliza Nikolov, NDR kultur, Das Gemischte Doppel, 22. Februar 2011)

"supposé hat mit diesem neuen Genre wirklich einen großen Wurf gelandet, und Peter Kurzeck ist für diese Gattung so wunderbar geeignet... Der Hörer erfährt, dass es sehr viel wert ist hinzusehen, sich selber anzuschauen, und das ist in Mein wildes Herz, diesem wunderbaren Stück, sehr gut gelungen."
(Rainer Moritz, NDR kultur, Das Gemischte Doppel, 22. Februar 2011)

"Ich könnte ihm ewig zuhören! Am Schluss hofft man, still aber beharrlich, auf eine baldige vierte Folge..."
(Ulrich Sonnenschein, hr2 Mikado, 25. Februar 2011)

"Wirklich begnadete Geschichtenerzähler sind rar. Einer davon ist Peter Kurzeck."
(SWR2 aus dem Land: Musik und Literatur, 5. März 2011)

"Kurzeck erzählt mit radikaler, gleichwohl freundlicher und fast kindlicher Selbstbezogenheit. Ein Geheimtipp!"
(Ralph Gambihler, MDR Figaro, April 2011)

"Dieses Vortasten, wenn man aus Gedanken Sätze, aus Sätzen Bilder, aus Bildern eine Geschichte und aus vielen kleinen Geschichten eine Erzählung formt. Das alles kann man hören bei Peter Kurzeck."
(Jürgen Gressel-Hichert, rbb Kulturradio, 12. April 2011)

"Zwei eindringliche Hörbuchstunden mit einem wunderbaren Erzähler, in denen es ganz beiläufig um große Lebensfragen geht. Sehr zu empfehlen!"
(EKD - Evangelische Kirche in Deutschland, Medientipps 2011)

"In fließenden Übergängen von Vergangenheit, Erinnerung und Gegenwart erzählt Peter Kurzeck einen Teil seines Lebens. Detaillierte Ausführungen von Marginalien, seine Beobachtungsschärfe und seine Unbekümmertheit entfalten einen Sog, dem man sich nicht entziehen kann. Seine fesselnde Erzählweise und seine melodische, leicht singende Stimme umschließen den Hörer, ziehen ihn fest in seinen Bann und lassen ihn erst los, wenn die viel zu schnell vorbeigehenden zwei Stunden vorüber sind. Eine Erzählung, wie sie schöner nicht sein könnte."
(Svenja Brueck, Leser-Welt, Mai 2011)

"In Kurzecks spinnengleich gesponnenen, hessisch bespeichelten Sätzen und Satznetzen verwandelt sich selbst so Unschönes wie der leichte Schlaganfall, den er im Februar 2004 erlitt, in schönste Prosa."
(Wolf Ebersberger, Nürnberger Zeitung, 30. August 2011)

"'Ja, eigentlich, zuerst…' Mit diesen Worten beginnt die Erzählung und so zögernd, wie Peter Kurzeck sie spricht, ist das ein wirkliches Anheben und Sich Einstimmen. Der weiche Tonfall, der kaum merkliche Nachhall versetzen uns in einen fiktiven Raum, vielleicht ein altes Café, in dem man zusammensitzt. Nach ein paar tiefen Atemzügen (Kurzecks? Oder den eigenen?) geht es dann richtig los in diesem virtuosen Rhythmus, der die Hörer zu Lauschenden macht, denen auf einmal jedes Wort wichtig ist."
(Gisela Trahms, Culturmag, 22. Februar 2012)