Beschreibung
Im Rückgriff auf prägende Momente seiner Biografie denkt Dieter Wellershoff über das Altern als lebenslangen Prozess nach. Erfahrungen der Scham und der Angst nicht aussparend, formuliert er Bedürfnisse und Ansichten eines alten Menschen. In seiner kompromisslosen Art befasst sich der 88-jährige schließlich mit Gedanken an den eigenen Tod.
Die in Wellershoff Privatwohnung entstandenen Aufnahmen sind zugleich erzählte Lebenserfahrung, Dokument eines Austausches zwischen den Generationen, wie auch Ausdruck des Sprechens und Zuhörens als Feier des Lebens. Sie erscheinen hier erstmals in gedruckter Form.
Inhalt
01 Älter werden
02 Erwachsen
03 Entthront
04 Bringschuld
05 Das Sterben ringsum
06 Zufällig leben
07 Ein anderes Bild
08 Zuschauer für kleine Kinder
09 Hintergründe
10 Davonschweben
11 Einen Platz haben
Pressestimmen
"Feinsinnige Gedanken zu Altern und Sterben."
Florian Welle, Süddeutsche Zeitung, 2. Oktober 2026
"Wellershoff, inzwischen im hohen Alter angekommen, zieht so etwas wie eine Lebensbilanz, die, ohne irgendetwas zu verklären oder zu beschönigen, dennoch in der Rückschau und angesichts eines immer 'Wenigerwerdens' so etwas wie Zufriedenheit ausdrückt – darüber, bei sich angekommen zu sein, – in antiker Redeweise ließe sich sagen – seinem Ethos bzw. seiner Bestimmung gefolgt zu sein, weshalb er schließlich – auf die möglicherweise im Hintergrund stehende Frage nach so etwas wie dem Weiterleben nach dem Tod – antwortet: 'Ich stell mir nur vor, dass ich in vielen Bücherschränken mit etwas vorhanden bin, das vielleicht noch mal angesehen und gelesen wird.'"
Werner Jung, Literaturkritik, 21. Oktober 2026